Obwohl wir die Ursachen der frühzeitigen Verkalkung und den Merkmalen dieses Zustands, der Kranzgefässinsuffizienz, und wie man ihr vorbeugen soll, gut kennen, hat die Krankheit immer noch eine Reichweite der Epidemie in den Gesellschaften der Industrieländer. Nicht anders ist es in Polen. Die Ausbildung ist ein sehr wichtiger Teil der Arbeit eines Arztes, und ein ausgebildeter Patient arbeitet sehr bewusst und effizient mit dem Arzt zusammen. Es kann nie zu viel, über die Risikofaktoren der Kranzgefässinsuffizienz gesprochen werden, denn manche von ihnen verändern sich vollständig mit der Zeit.

Wir kennen sehr viele Risikofaktoren der Kranzgefässinsuffizienz. Zu den wichtigsten gehören: Geschlecht, Alter, frühzeitige Menopause, abnormaler Cholesterolspiegel, arterielle Hypertonie, Zigarettenrauchen, Zuckerkrankheit, keine physische Bewegung, Stress, Familienanamnese.

Alter

Dies ist ein evidenter Risikofaktor der Kranzgefässinsuffizienz und ändert nicht mit der Zeit, er bezieht sich auf beide Geschlechter, wobei bei den Frauen eine Risikoerhöhung der Erkrankung ab dem Klimakterium beobachtet wird.

Geschlecht

Männliches Geschlecht ist mit höherer Häufigkeit der Herzmuskelischämie verbunden. Frauen werden bis zum Klimakterium geschützt. Eine Chance für die Frauen, die Schutzeinwirkung ihres Geschlechts zu verlängern ist die so genante hormonale Ersatztherapie, d.h. das Anwenden synthetischer Hormone, die das Risiko der Kranzgefässinsuffizienz reduzieren.

Cholesterol

Ein erhöhter Cholesterolspiegel ist einer der häufigsten und wesentlichsten Risikofaktoren der Kranzgefässinsuffizienz. Wichtig ist auch, dass dies ein Faktor ist, welcher der relativ einfachen diätetischen und pharmakologischen Veränderung unterliegt.

arterielle Hypertonie

Dies ist ein sehr wichtiges soziales Problem, denn hohe Blutdruckwerte werden bei ungefähr 4 Mio. Leuten in Polen festgestellt. Fast die Hälfte von ihnen weiß nicht über das Bestehen der Krankheit, und die meisten von denjenigen, die es doch wissen, wenden keine Behandlung an. Nur ein winziger Prozentsatz der Kranken lässt sich effektiv behandeln. Ein normaler Blutdruck sollte nicht mehr als 140/90 mm Hg betragen. Es muss betont werden, dass ein sehr wichtiges Element der Behandlung die nicht-pharmakologischen Methoden sind (physische Bewegung, Diät mit begrenzter Salzeinnahme, Maßnahmen gegen Übergewicht). Von großer Bedeutung für den Patienten ist die Information, dass er systematisch Arzneimittel einnehmen muss, praktisch bis zum Ende des Lebens.

Zigarettenrauchen

Dieser Faktor scheint am einfachsten zum Beseitigen zu sein unter allen wesentlichen Risikofaktoren zu sein. Und wie es in der Praxis aussieht, kann das jeder Raucher selbst „an der eigenen Haut“ feststellen. Oder vielleicht besser gesagt, am eigenen Herzen. Es ist zu betonen, dass es keinen Begriff der sicheren Anzahl der gerauchten Zigaretten gibt, passives Rauchen schadet auf ähnliche Weise wie aktives.

Zuckerkrankheit

Diese immer häufiger auftretende Krankheit bedarf einer sehr genauen Kontrolle und präziser, oft komplizierter Behandlung (immer, das ganze Leben lang), denn sie beschleunigt wesentlich den Verkalkungsprozess, und dadurch auch die Kranzgefässinsuffizienz. In der neuen Anschauung der Zuckerkrankheit wird die Notwendigkeit von deren primären Vorbeugung betont (dies bezieht sich auf Diabetes Typ II), durch Maßnahmen gegen Übergewicht, Hyperlipidämie, Förderung aktiver Bewegung.

familiäre Veranlagung

Seit langem ist es bekannt, dass die Kranzgefässinsuffizienz öfters bei Personen auftritt, oft jungen, deren Eltern an Herzinfarkt erkrankt waren. Dies ist bestimmt mit der genetisch bedingten individuellen Veranlagung zur Entwicklung der Verkalkung verbunden.

Übergewicht

Ein weiterer sehr wichtiger Risikofaktor, der viele weitere Risiken häufig begleitet, wie Hyperlipidämie, geringe Bewegungsaktivität, erhöhte Veranlagung zu Thrombosen und Zuckerkrankheit. Dies sind verschiedene Indizien, die mit dem Übergewicht einhergehen. Einer der am häufigsten benutzten Indexe ist der BMI-Index (Körpergewicht in kg/ Höhe in m2). Das Ergebnis soll 20-25 betragen. Das Übergewicht wird durch den Wert von 25-30 bestimmt, und bei dem Wert von über 30 spricht man von Obesität. Die prinzipielle Methode der Behandlung umfasst diätetische Einschränkungen.

geringe Bewegungsaktivität

Leider muss festgestellt werden, dass dies der am seltensten erkannte Risikofaktor ist. Und es muss betont werden, dass bei den Leuten, die eine aktive Lebensweise führen, all diese Risikofaktoren seltener vorkommen. Man sollte also in weiteren Kreisen solche Aktivität fördern. Viele vernünftige Arbeitgeber haben es schon lange erfasst, und organisieren Pausen für physische Übungen für ihre Arbeitnehmer am Arbeitsplatz.

Stress

Der letzte, aber nicht am wenigsten wesentliche unter den hier besprochenen Bedrohungsfaktoren. Üblicherweise begleitet er den Menschen in seinen alltäglichen Tätigkeiten. Ihm ist schwer vorzubeugen, man soll lernen, mit dem Stress umzugehen.

Diese ziemlich allgemein gehaltene Übersicht stellt die ungeheure Reichweite des Problems der Diagnostizierung und der Bekämpfung der Risikofaktoren der Kranzgefässinsuffizienz dar. Die Ärzte sind hierbei auf die Mithilfe der Patienten angewiesen. Sie helfen ja damit auch vor allem sich selbst.

dr Artur Mamcarz