Das Anwenden von Arzneimitteln unterschiedlicher Art während der Schwangerschaft soll sowohl durch den Gesundheitszustand der schwangeren Frau and auch ihres ungeborenen Kindes bedingt werden. Der Einfluss der meisten Medikamente auf die Entwicklung der Schwangerschaft und des Fötus bleibt unbekannt, nur wenige Arzneimittel wurden hinsichtlich der eventuellen nachteiligen Einwirkung auf den Fötus vollständig bezeichnet.

Die Entwicklung der Fötusdefekte durch Einnahme mancher Arzneimittel wird als sogenannter teratogener Effekt bezeichnet. Das bisherige Wissen auf dem Gebiet basiert in den meisten Fällen auf den Beschreibungen einzelner Entstehungskasus von Fötusfehlern.

Die Rahmen dieses Artikels erlauben es nicht, das Problem der Anwendungssicherheit der Medikamente während der Schwangerschaft ausführlich zu besprechen, ich werde mich deswegen nur auf die wesentlichsten Aspekten des Problems konzentrieren.

Es soll bemerkt werden, dass Arzneimittel in der ersten Periode der Schwangerschaft, d.h. ab dem Befruchtungsmoment über die Implantation des Föteis bis zum Abschluss der Organanlage-Entwicklung des Fötus, d.h. bis zum Ende des Embryoentwicklung und der Organogenese mit besonderer Vorsicht angewandt werden sollen.

Der Anfang dieser Periode fällt in den ersten Tagen nach dem Aufhören des Monatszyklus; deswegen soll das Anwenden unterschiedlicher Arzneimittel als zufällig betrachtet werden: Dies ergibt sich aus dem Nichtbewusstsein, dass die Frau schwanger ist. Aus diesem Grund ist es von Bedeutung, dass Medikamente durch Frauen im Zeugungsalter vorsichtig angewandt werden in den Fällen, wenn die Periode „sich verspätet“. Denn genau dann drückt sich die negative Auswirkung vieler Arzneimittel auf den Fötus besonders ausgeprägt aus.

In der späteren Periode, in der 12. bis 16. Schwangerschaftswoche besteht die teratogene Auswirkung mancher Arzneimittel eher in unwesentlicher Schädigung dessen Organe, ohne dass ernsthafte Fötusdefekte entstehen.

In der pränatalen oder perinatalen Periode besteht die Möglichkeit schädlicher Auswirkung der Arzneimittel auf den Fötus.

In der medizinischen Fachliteratur wird als Beispiel dieser Auswirkung das Entstehen von Herzdefekten des Fötus während der Anwendung von Antiinflammationsmitteln aus der Gruppen der Prostaglandininhibitore in der pränatalen Periode angewiesen. Es steht fest, dass die Möglichkeit schädlicher Auswirkung eines Arzneimittels auf den Fötus von der Anwendungszeit und der Dosis abhängt.

Zu den absolut während der Schwangerschaft kontraindizierten Arzneimitteln wegen der Entstehung von Fötusdefekten gehören die folgenden:

  • Arzneimittel, die angewandt werden bei den Neubildungskrankheiten, der Zytostatik,
  • psychotropische Arzneimittel, fallsuchtwidrige und Antidepressiva,
  • strahlenbildende Isotope,
  • die meisten Arzneimittel, die bei den Blutgerinnbarkeitsstörungen angewandt werden,
  • Arzneimittel gegen Malaria aus der Gruppe der Chininderivate,
  • Mutterkornderivate (Ergotamin),
  • die meisten Antihistaminmittel.

Bekannt ist auch die negative Auswirkung von manchen Antibiotika auf den Fötus, wie die Tetrazyklin-Antibiotika, welche Defekte der Extremitäten und des Gebisses des Fötus verursachen, kontraindiziert wird auch die Anwendung von Chloramphenikol und Sulfonamiden.

Zusammenfassend muss festgestellt werden, dass die Anwendung jeder Art von Arzneimitteln während der Schwangerschaft erst nach dem Überlegen der eventuellen Risiken über deren negative Auswirkung auf den Fötus und den Schwangerschaftsverlauf erfolgen darf. Vor jeder Anwendung eines Medikamentes soll dies mit dem Facharzt für Geburtshilfe, der die Schwangerschaft begleitet, besprochen werden. Alle Arzneimittel sollen aus therapeutischen Indikationen während der Schwangerschaft angewandt werden, in der niedrigsten effizienten Dosis und nur in der kürzesten Zeit, die die Effektivität der Wirkung garantiert.

Im ersten Schwangerschaftstrimester sollte als die Faustregel die Einschränkung der Anwendung von Arzneimitteln nur zum therapeutisch erforderlichen Minimum gelten. Die strenge Beachtung der oben genannten Regeln wird es erlauben, mögliche negative Auswirkungen von Arzneimitteln während der Schwangerschaft zu reduzieren.

dr Dariusz NiksiƄski